Dezentrale Generationen Backups

Viele denken beim Thema Backups an eine Absicherung vor dem Super-Gau: der Server ist kaputt und die auf ihm befindlichen Daten sind unwiederbringlich verloren. Wie Backups auch bei anderen Problemen viel Zeit und damit bares Geld sparen können, wird im heutigen Beitrag beschrieben.

Wobei Backups noch helfen können

Dezentrale Generationen Backups

Angenommen, es wird eine auf WordPress basierende Webseite mit mehreren Plugins betrieben. Fast täglich werden neue Artikel veröffentlicht und Kommentare freigeschaltet. Ein Komplett-Backup dieses Projektes könnte schnell 200 MByte und mehr groß werden.

Im Laufe der Zeit erscheinen für die verwendeten Plugins und das Themes immer wieder diverse Updates, die immer zeitnah über das WordPress Backend eingespielt wurden. Treten nach einem Update Fehler auf, wird das letzte Backup eingespielt und die Techniker können sich nach einer Alternative umschauen.

Doch was passiert, wenn man das Problem erst nach z.B. 14 Tage bemerkt und seitdem viele Änderungen an der Webseite durchgeführt worden sind?

Backups helfen bei der Fehlersuche

Eine Lösung bietet sich an: Wenn das Problem auch mit dem Backup vom Vortag auftritt, nimmt man das Backup von vor zwei Tagen und testet erneut. Tritt der Fehler dann auch auf, testet man so lange die Backups aus der Vergangenheit, bis man die Version ohne Fehler gefunden hat. Anschließend lässt sich viel leichter eine Lösung für das Problem finden.

Leider hat dieser Ansatz ein Problem: möchte man von einer Webseite, deren Backup z.B. 200 MByte groß ist, das Backup von vor 14 Tagen einspielen, werden auf dem Server (vereinfachtes Beispiel) mindestens 14 * 200 MByte also 2.800 MByte benötigt. Will man Backups von einem Jahr aufheben, kommen in diesem Beispiel sogar über 73.000 MByte zusammen. Bedenkt man, dass sich pro Tag nur wenig Daten ändern, benötigt das Speichern eines Komplett-Backups eine enorme Menge an Platz auf der/den Festplatten!

Die Lösung: Inkrementelle / Differenzielle Generationen-Backups

rdiff-backup Manual

Das Problem kann man mit so genannten Inkrementellen / Differenziellen Generationen-Backups umgehen. Diese funktionieren nach dem Prinzip, dass immer nur die Daten gespeichert werden, die sich gegenüber dem Vortag geändert haben oder hinzugekommen sind (Tools wie rdiff-backup oder burp sind für solche Zwecke sehr gut geeignet).

Die Webseite mit ca. 200 MByte aus dem Beispiel würde mit einem Generationen-Backup, welches über 365 Tage geht, nur noch ca. 1.600 MByte benötigen.

Das entspricht einer Einsparung an Plattenplatz von fast 98%!

Fazit

Webprojekte, an denen aktiv entwickelt wird, sollten unbedingt Generationen Backups erstellen lassen. Denn der einmalige Aufwand für ein solches Setup ist schnell wieder eingespielt, wenn das erste mal ein älteres Backup benötigt wird.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Backups immer dezentral, also nicht nur auf dem eigenen Web-Server, gespeichert werden sollten. Weiterhin sollten regelmäßig mit so genannten Integritätstests die Backups auf ihre Vollständigkeit hin überprüft werden.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Hilfe bei der Erstellung von Generationen-Backups benötigen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und helfen Ihnen gerne weiter.

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