Videochat – Rückblick KW13

29. März 2020

Die erste Woche der Sponsoring-Aktion für den Videochat ist zu Ende. Konnten die Ziele erreicht werden? Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

Wir wollten mit unseren Videochat einige Schulklassen das Lernen zu mindestens etwas erleichtern. Dazu mieteten wir einige Server an und installierten auf diesen die freie Video Konferenz-Software Jitsi. Dieses System stellten wir am 19.03.2020 in unserem Posting der Öffentlichkeit vor.

Wie erwartet begann die Woche mit der Beantwortung vieler Anfragen, Telefonaten und Demo-Vorführungen. Es hat uns sehr gefreut, wie viele Lehrer die aktuelle Situation nicht einfach hinnehmen wollten und von sich aus nach Lösungen gesucht haben.

Niedrige Einstiegshürden

Es zeigte sich als Vorteil, dass zur Nutzung des Videochats keine zusätzliche Software benötigt wird. Denn es gab mehrere Fälle, in denen einige Schüler zwar das Notebook der Eltern mitbenutzen durften, auf diesem aber mangels Admin-Zugang keine Programme installiert werden konnten.

Es gab aber auch Systeme, die nicht von Anfang an funktionierten. So könnten einige MacOS-User mit ihrem Safari-Browser nicht auf ihre Webcam zugreifen. Das Problem lies sich aber umgehen, indem die betroffenen Personen statt dem Safari einen aktuellen Chrome-Browser verwendeten.

Wichtige Erkenntnis – kein Videochat ohne Moderation

Bereits am Montag starteten einige Schulklassen einen ersten Test. Dabei zeigte sich schnell, wie wichtig eine gute Moderation ist. Denn zunächst redeten viele Schüler durcheinander, was auch absolut verständlich war. Denn in den letzten Tagen hatten sich bei den Schülern viele Fragen angesammelt, die jetzt endlich gestellt werden konnten.

Folgende Vorgehensweise hat sich für die Moderation bewährt:

  • Alle Schüler schalten das Mikrofon aus.
  • Will jemand was sagen, nutzt der entsprechende Schüler die „Melden“ Funktion.
  • Der Lehrer ruft dann den entsprechenden Schüler auf, der dann das Mikro aktiviert und seine Frage stellen kann.
  • Nachdem die Frage beantwortet ist, schaltet der Schüler sein Mikrofon wieder aus.

Mit etwas Disziplin funktioniert so die Kommunikation auch mit größeren Gruppen sehr gut.

Verbindungsabbrüche

Leider passierte es immer wieder, dass einige Schüler die Verbindung zum Videochat-Server verloren haben. Das hatte verschiedene Ursachen:

  • Computer mit zu schwacher Hardware kamen besonders bei größeren Sitzungen nicht mit der Datenmenge klar. Betroffene Schüler sollten dann auf ein Handy oder Tablet ausweichen.
  • Sehr wichtig ist auch ein stabiles WLAN. Ein überfülltes WLAN kann zu ärgerlichen Aussetzern führen. Helfen kann hier, wenn man den PC oder das Notebook mit einem Netzwerkkabel direkt mit dem Router verbindet.
  • Es gab Fälle, in denen die vorhandene Internetanbindung nicht auszureichen schien. Ein paar mal lag es an dem Bruder/der Schwester, die an der Playstation spielte oder über Netflix einen Film anschaute. Die Lösung war in dem Fall einfach: Die entsprechende Person kann während der Sitzung zum Beispiel ein Buch lesen. Der Unterricht dauert ja nicht sooo lange, oder? 😉

Aber selbst, wenn die vorhandene Internetverbindung optimal zu sein schien, klagten einige Schüler dennoch über lästige Verbindungsabbrüche.

Probleme mit Kabel Deutschland / Vodafone

Auffällig war hierbei, dass viele der betroffenen Personen ihre Internetverbindung über Kabel Deutschland / Vodafone bezogen. In den Abendstunden, also ab ca. 17 Uhr, traten die Verbindungsabbrüche bei diesen Usern besonders häufig auf.

Unsere Nachforschungen ergaben, dass anscheinend das Netz derart überlastet war, dass der so genannte Upload – also das Senden von Daten – zu diesem Zeitpunkt bei Kabel Deutschland / Vodafone leider extrem eingeschränkt war.

Hier half nur das Abschalten der eigenen Kamera, so dass diese Schüler nur noch passiv am Unterricht teilnehmen konnten.

Fazit & Ausblick

Natürlich kann der Videochat den Unterricht in der Schule nicht ersetzen. Die Praxis zeigt aber, dass man mit dieser Software das Lernen der Schülerinnen und Schüler zu mindestens etwas erleichter kann.

Aufgrund der oben genannten Probleme empfehlen wir derzeit die Treffen in kleinen Gruppen von maximal 10 Schüler abzuhalten. Auch sollten die virtuellen Lerngruppen nach Möglichkeit nicht in den Abendstunden stattfinden, da dann in vielen Haushalten die Internetanbindung nicht mehr ausreicht.

Wie geht es weiter?

Da aktuell noch nicht abzusehen ist, wie lange die Schulen noch geschlossen bleiben, haben wir beschlossen die Sponsoring-Aktion so lange zu verlängern, bis die Schulen wieder ihren normalen Betrieb aufgenommen haben.

Des Weiteren haben wir weitere Server angemietet, so dass wir auch das Limit auf maximal 10 Klassen aufheben konnten (der ursprüngliche Artikel wurde entsprechend angepasst). Für wie viele Klassen die vorhandenen Kapazitäten reichen werden, können wir derzeit leider noch nicht abschätzen, da das aktuelle Nutzungsverhalten zu unterschiedlich ist.

Möchten Sie den Videochat testen?

Dann kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Das Team der LAMP solutions GmbH wünscht allen Schülern, Lehrern und Eltern alles Gute – und bleiben Sie gesund!

29. März 2020
||

Related Posts